Unsere Geschichte

Wir haben unseren ersten eigenen Hund im Jahr 1990 aus dem Tierheim adoptiert.
Ja, das war damals noch relativ unkompliziert und ohne vollständiges Führungszeugnis, Schufa Auskunft, vollständiger Überprüfung der sozialen Kontakte,  der Wohnanschrift  inkl. Nachbarn und Hinterlegung einer Bankbürgschaft,  möglich!
"Sina"
Sie, war eine süße Labrador - Hündin, 12 Wochen und total verspielt. Sie wuchs, zusammen mit unseren Kindern als vollwertiges Familienmitglied, im ländlichen Raum in einer Wohnung im ersten OG auf. Wir hatten "null" Ahnung von Hundeerziehung oder Training und haben das einfach mit gesundem Menschenverstand nicht immer richtig gemacht, aber haben es trotzdem ganz gut hinbekommen.
Leider wurde Sie krankheitsbedingt nur 6 Jahre. Aber das war eine wirklich schöne Zeit mit ihr.

Nach einer kurzen Zeit ohne Hund, merkten wir aber schnell, dass etwas fehlte. Haben aber nicht aktiv nach einem neuen Hund gesucht.
Das Schicksal hat uns dann über eine befreundete Familie mit unserer zweiten Hündin zusammengebracht.
"Shila"
eine Golden-Retriever Hündin, die wir aus einer "Hobbyzucht" als Welpe bekommen haben.
Sie war die "Liebe und die Güte" in einer Person. Auch Sie haben wir als Familienmitglied aufgenommen und konnten 15 wunderbare Jahre mit Ihr zusammen genießen. Aber irgendwann ist leider auch Sie gegangen. Dieser Verlust hat uns das Herz herausgerissen und wir waren uns einig,
Wir wollen keinen Hund mehr!
Die ersten Kinder hatten bereits Ihre eigene Familie und eigentlich hatten wir jetzt noch mehr Zeit für einen Vierbeiner, aber dann wurde ein Haus gekauft und umgebaut, so das dieser Gedanke gar nicht erst aufkam.
Im Haus eingezogen wurde in der näheren Umgebung in mehreren Häusern eingebrochen. Durch berufliche Veränderungen auch hier und da auf Dienstreisen kam der Gedanke auf, wir brauchen wieder einen Hund. Allerdings sollte es dieses Mal ein Wachhund sein.
Wir haben uns dann sehr viel "belesen" und mit Hundeleuten gesprochen. Als Ergebnis kamen für uns nur zwei Rassen infrage, die sowohl Wachhund, als auch Familienhund(wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Enkel) sein können.
Wachhund
Schäferhund vs. Rottweiler
Diese Frage beantwortete sich sehr schnell. Keine Frage, Schäferhunde sind tolle Hunde, leider findet man immer seltener die alte Zuchtlinie, die uns wesentlich besser gefällt und unserer Meinung nach auch gesundheitlich die bessere Linie ist, aber hier viel sehr schnell die Wahl auf den Rottweiler. Entschieden hatten wir uns nun, jetzt hieß es Rüde oder Hündin? Die Frage sollte erstmal noch offen bleiben. Also schauten wir uns bei einem Portal im Internet um und fanden einen Züchter, der gar nicht so weit weg war. Was sich daraus noch ergeben sollte und das wir schlussendlich eine Zwingergemeinschaft im ADRK vereinbarten, konnte zu diesem Zeitpunkt kein Mensch erahnen.

Der erste Kontakt mit Rotties

Natürlich hatten wir bereits Kontakt mit Rottweilern gehabt, Ein besonderes Exemplar war die Hündin eines Freundes aus Schulzeiten. Den Namen weiß keiner mehr, aber heute würde ich sagen, das war ein "Königsrottweiler" Rüde im Hündinnen-Körper. 
Wir fuhren also nachdem wir einen Termin vereinbart hatten, zu dem besagtem Züchter, als wir dort ankamen, empfing uns ein Duo, von zwei stattlichen Hunden, lautstark und nicht sehr freundlich. Beide waren in Ihren Zwingern mit großem Auslauf und direktem Blick auf die Hauseingangstür. Eine sehr symphatische Frau Ende der 50er öffnete uns die Tür und bat uns einzutreten und aufzupassen wohin wir treten. nachdem wir ins Wohnzimmer kamen, wussten wir auch warum. Da liefen 19 kleine Rottweilerwelpen und spielten auf Teufel komm raus. Ein kleiner untersetzter Mann beschäftigte sich in der Küche gerade mit dem Futter für die "großen".
Ingrid und Ralf, wie sich die beiden vorstellten, waren die Züchter und Inhaber des Zwingers: "vom Eisernen Kreuz"
Überwältigt von 76 kleinen Beinen und Körpern die wie kleine Bären tapsig da rum hüpften, wusste man gar nicht wohin man zuerst schauen sollte.
Alle waren soooooooo süß.
Um uns näher kennenzulernen und uns einzuschätzen, bat Ralf uns, eine Runde in Ruhe um den See zu spazieren, Gesagt - getan, aber er wollte gerne einen Hund mitnehmen. Wir hätten ihn ja schon gesehen. Der Rüde am Eingang, ein Hund von 14 Monaten, den er zurückgenommen hatte.
Laut den Käufern, soll er einen von den beiden gebissen haben. Das war zumindest der Grund, warum der Hund wieder abgegeben wurde.
Also sind Ralf, der "bissige" Rottweiler und wir um den See spaziert und haben uns über alles Mögliche unterhalten. Die Fragen die beiläufig von Ralf gestellt wurden waren von ihm bewusst platziert, was wir aber gar nicht registrierten. Immer wieder war unser Blick auf den freilaufenden Rottweiler gerichtet. nach ca. einer Stunde waren wir wieder am Haus und gingen nochmals zu den Welpen. Als Ingrid uns fragte ob wir denn lieber einen Jungen oder ein Mädchen wollen, sagte Kirsten:
Was ist denn mit dem Rüden mit dem wir spazieren waren, der gefällt mir!
Ralf verneinte mit der Begründung: Ihr habt noch keine Erfahrung mit Rottweilern, Ihr kennt die Vorgeschichte und er will da kein Risiko eingehen.
Da die Welpen sowieso erst 6 Wochen alt waren, fuhren wir also erstmal wieder nach Hause. Auf der Fahrt unterhielten wir uns angeregt über die Eindrücke die wir gewonnen hatten und vor allem über den großen Rüden. 
Zu Hause angekommen, sagte ich zu meiner Frau: dann ruf in "Hergottsnamen" nochmal an und frag nochmal.
Also telefonierte Kirsten nochmals mit Ralf und das Ergebnis war, das er sich auch nochmals Gedanken gemacht hatte und dem zustimmte.
OK wir können also einen 14 Monate alten Rüden, mitten in der Pubertät, der schon mal gebissen hat, bekommen.
Da ich eigentlich einen Welpen wollte, war meine einzige Voraussetzung: Ich will mit dem Hund nochmals alleine, ohne Ralf, eine stunde spazieren gehen und sehen wie er auf mich reagiert. Also bin ich am nächsten Tag nochmals gefahren. Die gleiche Situation bei der Ankunft:
Zwei Rottweiler in Ihren Zwingern mit großem Auslauf und direktem Blick zur ​Hauseingangstür. Der eine, wie am Vortag, lautstark, unfreundlich, bedrohlich. Aber was war mit dem anderen? Da saß ein 14 Monate alter Rottweiler Rüde, mitten in der Pubertät, seinen Vorbesitzer gebissen, vor der Zwingertür, lächelte mich mit seinen großen Kulleraugen an und wedelte mit der Rute.

Excel Vom Eisernen Kreuz

Excel, Ja das war sein Name, kein Tabellenkalkulationsprogramm von Microsoft, das war er. Bis heute mein Seelenhund.

Zu seinen Spitzenzeiten 67 Kg bei einer Höhe von 68cm. Immer am lächeln mit einer sehr dunklen Maske. 
Einem Beschützerinstinkt der hin und wieder schon erschreckend war, aber auch so viel Liebe geben wollte und gab.
Alle Geschichten über Ihn zu schreiben, dafür reicht leider meine Zeit nicht aus. hier noch ein paar Eindrücke von dem Hund, der mir das beigebracht hat, was ich heute von und über Rottweiler weiß.